Motorola Motoluxe




(18 votes, average: 5.00 out of 5)Speziell in der Mittelklasse ist der Smartphone-Markt heftig umkämpft. Motorola hat dieses Jahr in Europa mit dem Defy Mini und dem Motoluxe zwei neue Geräte auf den Markt gebracht, die in der Preisklasse zwischen 200 und 300 Euro auf Kundenfang gehen sollen. Mit dem Motoluxe will der Hersteller laut Eigenauskunft in erster Linie Aufmerksamkeit erregen – besieht man sich das formschöne Gehäuse, ist das nicht zuviel versprochen. Ob es Motorola gelingt, mit einem 800 MHz Single Core-Smartphone zu überzeugen, lesen Sie auf den folgenden zwei Seiten.
Motorola Motoluxe[/caption]
Seriöses Erscheinungsbild
Hätte man die Aufgabe, die Optik des Motoluxe in zwei Worten kurz zusammenzufassen, würde vornehme Zurückhaltung wohl am besten passen. Das Motoluxe glänzt durch ein geradezu klassisch anmutendes Design – im Gegensatz zu den auf Robustheit ausgelegten Outdoor-Kollegen Defy+ und Defy Mini erscheint es deutlich eleganter. Das knapp 10mm dicke Gehäuse ist aus Aluminium und hat eine rutschfeste Beschichtung. Dadurch liegt es sehr sicher in der Hand. Die Abmessungen von 11,7 x 6 cm verleihen dem Gerät in Verbindung mit dem 4 Zoll großen Bildschirm ein kompaktes und handliches Format.
Im Alltagsgebrauch sticht ein Aspekt der Gehäusegestaltung des Motoluxe besonders hervor: Ein etwa 1,5cm langer Schlitz an der linken unteren Ecke des Geräts dient zum einen als Öse für eine Halteschlaufe, zum anderen beherbergt er eine LED, die bei eingegangenen Nachrichten in vornehmem Blau leuchtet oder in Rot, falls der Androide an die Steckdose muss. Wenn der Androide vollständig geladen ist, meldet das die LED mit einem grünen Lichtschimmer. Im Gegensatz zu den häufig zu kleinen Benachrichtigungsleuchten bei anderen Smartphones fällt die LED des Motoluxe schnell ins Auge.
Nicht zu viel zumuten
Zu viel sollte man dem 800 MHz-Prozessor des Motoluxe nicht zumuten – wie nicht anders zu erwarten, stößt er bei größeren Belastungen schnell an seine Grenzen. Als Spiele-Maschine eignet sich das Gerät damit nicht, zudem sind bei aufwendigeren Apps und Widgets wie zum Beispiel Google Maps Verzögerungen und Ruckler zu bemerken, die Dauernutzer abschrecken werden. Beschränkt sich der App-Einsatz jedoch auf Standard-Anwendungen und gelegentliche Ausflüge auf YouTube, so arbeitet das Motoluxe zuverlässig mit und wird niemanden dauerhaft vergrämen.
Eine unter dem Akku eingesetzte 2 GByte große SD-Karte ergänzt den 1 GByte großen internen Speicher. Wer mag, kann die Karte durch bis zu 32 GByte große Modelle ersetzen. Je nach verfügbarem Netzwerk kommuniziert das Motoluxe via UMTS, HSDPA, EDGE, GPRS und Bluetooth, dank WiFi (802.11 b/ g/ n) kann man sich in lokale Netzwerke einklinken. Ein microUSB-Anschluss sorgt für den kabelgebundenen Datenfluss und als Anschluss für das Ladegerät. Wie Langzeittests der mitgelierten Kopfhörer mit Mikrofon gezeigt haben, neigen diese bei Vielhörern nach nicht allzu langer Zeit zu Verschleißerscheinungen – der schmale Gummiring, der die Lautsprecher umschließt, wird rissig und löst sich schließlich ab. Schön wäre es, wenn Motorola dem Gerät Ersatz-Ringe beilegen würde, die man bei Bedarf schnell nachrüsten kann.
Wechselndes Profil
Besondere Mühe hat sich Motorola bei der Gestaltung des Launchers gegeben, der über die ursprüngliche Android 2.3.7-Oberfläche gelegt wurde. Mithilfe des Motoswitch-Widgets, das als Alternative zum gewohnten Motoblur eingesetzt wird, lassen sich verschiedene Nutzerprofile im Handumdrehen abrufen, was bei einem Wechsel vom Geschäfts-in den Privatbereich sehr praktisch ist. So hat man stets nur diejenigen Kontakte parat, die momentan von Interesse sind. Darüber hinaus ist Motoswitch lernfähig. Mit der Zeit werden die Icons derjenigen Freunde oder Geschäftspartner größer dargestellt, mit denen man am häufigsten kommuniziert. Das Gleiche gilt auch für die Darstellung von Apps, der Musikbibliothek und der eigenen Bildersammlung. Hat man das Gerät eine Weile im Einsatz gehabt, so erscheinen dank Motoswitch die eigenen Favoriten größer und werden hervorgehoben dargestellt. Ein Vertippen ist auf diese Weise nur noch schwer möglich, der Zugriff auf die Datensammlung wird deutlich erleichtert.
Hello Google!
Auch beim Motoluxe gilt: Google inside. Was das bedeutet, wissen Android-Kenner, für Neulinge erläutern wir es kurz: Durch die Google-Zertifizierung erhalten Besitzer des Motoluxe via Google Play Zugriff auf das komplette App-Angebot im größten aller App-Shops. Daneben kann man die Dienste von Google Maps, Mail und dem Messenger in Anspruch nehmen, die Google Suche, Google Mail und YouTube runden das Angebot ab. Facebook und Twitter sind auf dem Motoluxe ebenfalls vorinstalliert. Die sonstige App-Ausstattung des Motoluxe ist solide Mittelklasse. So bietet beispielsweise die 8-Megapixel-Kamera viele Basisfunktionen und eine gute Bildqualität, Nutzer, die gerne und viel experimentieren, sollten sich jedoch nach einem Smartphone mit einer umfangreicher ausgestatteten Kamera-App umschauen. Das Gleiche gilt für die vorinstallierte Musik-Anwendung. Zwar ist sie ein grundsolider Begleiter für Gelegenheitshörer, an aufwendig gemachte Musik-Player wie von HTC oder Archos kommt sie jedoch nicht heran.
Fazit
Nach dem Test steht fest: Das Motoluxe verspricht ein Quentchen zu viel. Das Gerät hat an luxuriösen Alleinstellungsmerkmalen nicht genug zu bieten, um seinem Namen gerecht zu werden. Es ist zwar ein robuster Begleiter im Alltag, kann jedoch nicht durch eine herausragende Performance punkten — der Prozessor ist zu schwach, um in der Preisklasse zwischen 200 und 250 Euro für Aha-Effekte sorgen zu können. Motoswitch stellt zwar eine clevere Lösung für den Einsatz des Gerätes in verschiedenen Arbeitsumfeldern dar, böse Zungen könnten dem Motoluxe allerdings vorwerfen, es sei ein Blender. Der Hersteller sollte sich gut überlegen, ob ein Gerät mit einer 800-MHz-CPU für über 200 Euro noch Überlebenschancen hat. Für wenig mehr erhält man Telefone mit einem 1 GHz- oder schnelleren Prozessoren, wie das ebenfalls in diesem Heft getestete Huawei Honour.
Kerndaten Motorola Motoluxe
Hersteller Motorola
Formfaktor 4-Zoll-Smartphone
Auflösung 480×854 Pixel, FWVGA
Prozessor 800 MHz Single Core
Android-Version 2.3.7
Akku 1400 mAh
Laufzeit (Standby/ Gespräch) 400h/ 4,5h
Gewicht 124g
Preis (Internet) 220 Euro
Android User
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